Powderbuddy – der fliegende Lebensretter


    Powderbuddy – der fliegende Lebensretter

    Im hit-Techopark wird die erste Drohne entwickelt, die – abgeschossen vom eigenen Rucksack – Skifahrer und Snowboarder im Falle eines Lawinenabgangs retten kann.

    Hamburger können nicht nur martitim, sondern auch alpin. Wie das geht? Vier Freunde müsst ihr sein, Konstantin Kollar, Markus Müller, Moritz Obermeier und Daniel Leppert, ein gemeinsames Hobby haben, Tiefschneefahren, und sich die revolutionäre Idee, eine Rettungsdrohne im Rucksack, mit der Lawinenopfer schnell gerettet werden können, ausdenken.
    Die jungen Leute hatten festgestellt, dass trotz intensiver Planung und Beobachtung möglicher Lawinen immer das mulmige Gefühl blieb. Was passiert, wenn tatsächlich ein Schneebrett abgeht? Oder drastischer: Wie kann man uns finden, wenn wir doch in eine Lawine geraten?
    Unmittelbar nach dem gemeinsamen Urlaub vor fünf Jahren in Tirol machten sich die vier Freunde an die Umsetzung.
    Während sich Wirtschaftsexperte Leppert um die Finanzierung kümmerte, entwickelten die drei Ingenieure, allesamt Absolventen der Technischen Universität Hamburg (TUHH), den ersten Prototyp ihrer Drohne und eine technologische Machbarkeitsstudie. Und schnell hatten sie auch einen Namen für ihr Baby: PowderBuddy – den fliegenden Lebensretter für das Abenteuer im Tiefschnee; ihre Firma nannten sie Bluebird Mountain.
    Das Prinzip ist simpel: Die 330 Gramm schwere Drohne steckt zusammengefaltet in einem am Rucksack montierten Rohr, aus dem sie im Gefahrenfall katapultiert wird. Einmal in der Luft entfaltet sie sich und verfolgt den Skifahrer oder Snowboarder mittels GPS. Sobald die Lawine zur Ruhe kommt, bleibt PowderBuddy exakt über der Stelle stehen, an der der Verschüttete liegt, und zeigt Rettern mit seiner Signalfarbe die exakte Position an. Nach den ersten Flügen ließen die Jungunternehmer ihre Rettungsdrohne patentieren. Kollar: „Wir hatten herausgefunden, dass wir als erstes Unternehmen weltweit ein solches Komplettsystem mit Rucksack und Drohne mit Abschussfunktion erfunden hatten.“
    Danach ging es Schlag auf Schlag: Das Wirtschaftsministerium billigte das EXIST-Gründerstipendium, die IFB Innovationsstarter GmbH die Förderung über das Programm InnoRampUp. Nach der ersten Zeit als Untermieter bei der TuTech, den Innovationskoordinatoren der Uni, ist Bluebird Mountain im November letzten Jahres ins erste eigene Büro im hit-Technopark umgezogen. Inzwischen hat das Unternehmen einen Elektroingenieur, einen Maschinenbauer und einen Verfahrenstechniker eingestellt, zwei weitere Entwickler folgen, sobald der nächste Umzug innerhalb des Technologieparks unter Dach und Fach ist – die ursprünglichen Räume sind zu klein geworden.
    Gerade haben die vier Gründer die ersten 25 PowderBuddy-Rucksäcke mit Drohne fertiggestellt, die von Bergwachten getestet werden. 2019 kommt die erste Suchdrohne für Verschüttete und kurz darauf die Drohne mit Abschussvorrichtung auf den Markt – und revolutionieren die Sicherheitsausrüstung für Skifahrer.

    www.bluebirdmountain.de