AUSSTELLUNG: Geschnitten, gebrochen, gespalten

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Renate Selinger-Barber M.A.
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Kuratorin

    09.01. - 03.03.2017

    Austellung mit Holzobjekten von Jan de Weryha

    „Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder“. Dieser Satz von Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten, gibt einen Hinweis auf die vielfältigen Möglichkeiten des Materials Holz. Jan de Weryha , 1950 in Danzig geboren und seit 1981 in Hamburg lebend, widmet sich diesem Material mit Hingabe und einem Verständnis, das die Natur und das Wesen des Materials herausarbeitet und in den Mittelpunkt stellt.

    Inspiriert von Künstlerkollegen des sog. Minimalismus gehört er zweifellos zu den herausragenden Vertretern der ZERO-Bewegung und hat durch seinen Umgang mit Pappel, Fichte, Eiche, Weide und Co. eine Eigenständigkeit entwickelt, die einzigartig und unverwechselbar ist.

    Ihn interessiert bei der Auseinandersetzung mit dem Material Holz zunächst die Frage, wie wirkt sich der Eingriff des Künstlers in das Material Holz aus, bzw. wie wird dessen Identität bewahrt? Für Jan de Weryha fühlt sich die Arbeit mit dem Material Holz so an, als würde er in einen Wald hineintreten und in die Welt der Bäume hineinatmen und sie erforschen. Beispielhaft für dieses Hineindenken ist ein großformatiges Objekt aus Rindenstücken, die filigran zusammengesetzt ein ganzes Universum abbilden und so die natürliche Unendlichkeit sichtbar machen.

    Daneben verweisen vor allem die Objekte aus Fichte auf die vielfältigen Möglichkeiten der künstlerischen Konstruktion, die den Betrachter in ein Kaleidoskop von Holzwelten blicken läßt. Die natürliche Ausstrahlung des Holzes wird durch Lichteinfall und Oberflächenbeschaffenheit weiter gesteigert, so dass die künstlerische Absicht erkennbar wird und quasi eine neue Sprache entsteht. Gleichzeitig werden formale Gesichtspunkte in einem Ordnungsrahmen reduziert und gebändigt.

    Die Holzobjekte von Jan de Weryha beinhalten, wie er selbst sagt, „einen hieroglyphischen Text der Natur“, den der Künstler durch seinen sensiblen, respektvollen und ökologischen Umgang mit dem Material Holz entziffert.